Ein chemischer Radialventilator ist ein speziell ausgelegter Ventilatortyp, der für den Transport von korrosiven, feuchten oder anderweitig aggressiven Gasen entwickelt wurde. In chemischen Betrieben, metallurgischen Prozessen oder bergbaunahen Industrieanlagen werden häufig Dämpfe, Säuren, Lösungsmittel oder andere reaktive Medien gefördert, die herkömmliche Ventilatoren rasch schädigen würden. Der chemische Radialventilator begegnet diesen Herausforderungen durch geeignete Werkstoffe, Beschichtungen und konstruktive Maßnahmen.
Die medienberührten Bauteile wie Laufrad, Gehäuse, Dichtungen und Befestigungselemente werden aus korrosionsbeständigen Materialien gefertigt oder mit entsprechenden Schutzschichten versehen. Typische Werkstoffe sind Edelstähle, spezielle Legierungen oder chemikalienbeständige Kunststoffe in Kombination mit metallischen Tragekonstruktionen. Je nach Aggressivität des Mediums werden auch zweischichtige Systeme verwendet, bei denen ein robuster Trägerwerkstoff mit einer hochbeständigen Auskleidung kombiniert wird.
Strömungstechnisch unterscheidet sich der chemische Radialventilator nicht grundsätzlich von anderen Radialventilatoren. Auch hier werden Laufradgeometrie und Gehäuseform auf die gewünschten Volumenströme und Druckdifferenzen abgestimmt. Allerdings ist die sichere Abdichtung gegenüber der Umgebung und der Schutz der Lagerung von besonderer Bedeutung, um ein Austreten von Medien und ein Eindringen in empfindliche Komponenten zu verhindern. Ergänzend können Spülsysteme, Doppeldichtungen oder spezielle Lageranordnungen eingesetzt werden.
In der Praxis kommen chemische Radialventilatoren sowohl für Prozessluft als auch für Abluftsysteme zum Einsatz. Sie dienen beispielsweise der Absaugung von Dämpfen über Laborabzügen, der Entlüftung von Reaktoren oder der Abführung von Abluft aus Aufbereitungs- und Behandlungsanlagen. Für Bergbauunternehmen mit integrierten chemischen Prozessen ermöglichen sie eine sichere, zuverlässige und normgerechte Luftführung. In Verbindung mit geeigneten Mess- und Regelkomponenten tragen sie dazu bei, Emissionen zu kontrollieren, Mitarbeiter zu schützen und die Umweltbelastung zu begrenzen.